DIESE WEBSITE IST EIN ONLINE-ARCHIV DER DÄNISCHEN RATSPRÄSIDENTSCHAFT 2012 UND WIRD NICHT MEHR AKTUALISIERT WERDEN.

Audiovisuelle Politik und Medienpolitik

Audiovisuelle Medien (Rundfunk, Fernsehen, Kino) stellen in der EU mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze und sind wichtigste Quelle für Informationen und Unterhaltung. Jeder Mitgliedstaat betreibt seine eigene Politik, aber seit 1989 macht die EU Vorgaben zu gemeinsamen Themen.

Prioritäten der dänischen Ratspräsidentschaft

Der Hauptschwerpunkt der dänischen Ratspräsidentschaft wird auf der Verhandlung des Vorschlags der Kommission zu einem Rahmenprogramm Kreatives Europa liegen, zu dem die nächste Generation des Kulturprogramms zur Unterstützung länderübergreifender Kulturprojekte, des MEDIA- sowie des MEDIA Mundus-Programms zur Förderung der audiovisuellen Industrie gehören.

Die MEDIA-Programme

Die MEDIA-Programme wurden 1990 eingeführt. Das aktuelle Hauptprogramm – MEDIA 2007 – läuft von 2007 bis 2013 mit einem Gesamtbudget von 755 Millionen Euro. Wie seine Vorgänger legt es den Schwerpunkt auf die Produktion, den Vertrieb und die Förderung von Filmen und anderen audiovisuellen Werken. Das MEDIA Mundus-Programm läuft von 2011 bis 2013 mit einem Gesamtbudget von 15 Millionen Euro und stellt die Zusammenarbeit zwischen dem europäischen audiovisuellen Sektor und Fachleuten aus Drittländern in den Mittelpunkt.

Empfehlung der Kommission über die Digitalisierung und die Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung

Eine weitere Priorität der Ratspräsidentschaft ist die Antwort auf die Empfehlung der Kommission über die Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung, die im Oktober 2011 veröffentlicht wurde.

Die Empfehlungen beschäftigen sich mit den Fortschritten bei der Digitalisierung und der digitalen Bewahrung in den Mitgliedstaaten sowie der Entwicklung der Europeana – der öffentlichen digitalen Bibliothek der EU – und den Ergebnissen des 'Comité des Sages', der 2010 ins Leben gerufenen Reflektionsgruppe zur Digitalisierung.

Die Ziele der Gemeinschaft im audiovisuellen Bereich sind eine kulturelle Vielfalt in Europa, Jugendschutz, die Förderung der Medienvielfalt sowie eine gesteigerte europäische Filmproduktion. In diesem Zusammenhang fördert die Union die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und unterstützt ihre Tätigkeit auf Grundlage des Vertrages von Lissabon.

Zwei Grundpfeiler der audiovisuellen Politik der Gemeinschaft sind die „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste“ (AVMD), die auf die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes für audiovisuelle Dienste abzielt, und das MEDIA-Programm, das die europäische Film- und Fernsehproduktion unterstützt.

Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste von 2007 ist der erste Grundpfeiler der audiovisuellen Politik der EU. Sie regelt die EU-weite Harmonisierung nationaler Gesetzgebung für alle audiovisuellen Medien – sowohl herkömmliche Fernsehsendungen als auch Dienste auf Abruf. Zudem deckt die Richtlinie Bereiche wie Werbung und Jugendschutz ab.

Das MEDIA-Programm ist der zweite Grundpfeiler der audiovisuellen Politik der EU und bietet finanzielle Unterstützung, mithilfe derer die europäische Produktion hochwertiger Filme und Fernsehprogramme gefördert, ihre Ausstrahlung in Europa und darüber hinaus gesteigert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie gestärkt werden soll. Seit seiner Einführung im Jahr 1991 haben mehr als ein Dutzend Gewinner des Oscars und der Goldenen Palme vom MEDIA-Programm profitiert.

Instrumente zur Umsetzung der Politik

Zusätzlich zur AVMD-Richtlinie und dem MEDIA-Programm fördert die EU die audiovisuelle Politik und Medienpolitik auch über andere Wege. Beispielsweise durch die Verfolgung europäischer Kulturinteressen in der Welthandelsorganisation (WTO).

Zudem ist die EU an der Förderung der Online-Verbreitung von Inhalten und Medienpluralismus beteiligt. Beispielsweise über die Initiative Digitale Agenda, die ihr Augenmerk u. a. auf die Entwicklung der öffentlichen digitalen Bibliothek der EU – Europeana – richtet. Das Ziel besteht darin, Europeana als einzigen Zugangspunkt zu digitalen Kopien der Materialien in Bibliotheken, Museen und Archiven in ganz Europa zu errichten und weiterzuentwickeln.

Chancen und Herausforderungen der digitalen Entwicklung

Ein Strategie dazu, wie Chancen und Herausforderungen der digitalen Entwicklung genutzt bzw. gemeistert werden können, wird in der Digitalen Agenda der Kommission für Europa bis 2020 beschrieben. Teil der Digitalen Agenda ist die Entwicklung der öffentlichen digitalen Bibliothek der EU – Europeana. Das Ziel besteht darin, Europeana als einzigen Zugangspunkt zur Einsicht in digitale Kopien der Materialien in Bibliotheken, Museen und Archiven zu errichten und weiterzuentwickeln.