Die Ziele der Gemeinschaft im audiovisuellen Bereich sind eine kulturelle Vielfalt in Europa, Jugendschutz, die Förderung der Medienvielfalt sowie eine gesteigerte europäische Filmproduktion. In diesem Zusammenhang fördert die Union die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und unterstützt ihre Tätigkeit auf Grundlage des Vertrages von Lissabon.
Zwei Grundpfeiler der audiovisuellen Politik der Gemeinschaft sind die „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste“ (AVMD), die auf die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes für audiovisuelle Dienste abzielt, und das MEDIA-Programm, das die europäische Film- und Fernsehproduktion unterstützt.
Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste von 2007 ist der erste Grundpfeiler der audiovisuellen Politik der EU. Sie regelt die EU-weite Harmonisierung nationaler Gesetzgebung für alle audiovisuellen Medien – sowohl herkömmliche Fernsehsendungen als auch Dienste auf Abruf. Zudem deckt die Richtlinie Bereiche wie Werbung und Jugendschutz ab.
Das MEDIA-Programm ist der zweite Grundpfeiler der audiovisuellen Politik der EU und bietet finanzielle Unterstützung, mithilfe derer die europäische Produktion hochwertiger Filme und Fernsehprogramme gefördert, ihre Ausstrahlung in Europa und darüber hinaus gesteigert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie gestärkt werden soll. Seit seiner Einführung im Jahr 1991 haben mehr als ein Dutzend Gewinner des Oscars und der Goldenen Palme vom MEDIA-Programm profitiert.
Instrumente zur Umsetzung der Politik
Zusätzlich zur AVMD-Richtlinie und dem MEDIA-Programm fördert die EU die audiovisuelle Politik und Medienpolitik auch über andere Wege. Beispielsweise durch die Verfolgung europäischer Kulturinteressen in der Welthandelsorganisation (WTO).
Zudem ist die EU an der Förderung der Online-Verbreitung von Inhalten und Medienpluralismus beteiligt. Beispielsweise über die Initiative Digitale Agenda, die ihr Augenmerk u. a. auf die Entwicklung der öffentlichen digitalen Bibliothek der EU – Europeana – richtet. Das Ziel besteht darin, Europeana als einzigen Zugangspunkt zu digitalen Kopien der Materialien in Bibliotheken, Museen und Archiven in ganz Europa zu errichten und weiterzuentwickeln.
Chancen und Herausforderungen der digitalen Entwicklung
Ein Strategie dazu, wie Chancen und Herausforderungen der digitalen Entwicklung genutzt bzw. gemeistert werden können, wird in der Digitalen Agenda der Kommission für Europa bis 2020 beschrieben. Teil der Digitalen Agenda ist die Entwicklung der öffentlichen digitalen Bibliothek der EU – Europeana. Das Ziel besteht darin, Europeana als einzigen Zugangspunkt zur Einsicht in digitale Kopien der Materialien in Bibliotheken, Museen und Archiven zu errichten und weiterzuentwickeln.