DIESE WEBSITE IST EIN ONLINE-ARCHIV DER DÄNISCHEN RATSPRÄSIDENTSCHAFT 2012 UND WIRD NICHT MEHR AKTUALISIERT WERDEN.

EU-Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Ziel der EU-Zusammenarbeit bei der Bildung ist eine hochwertige Ausbildung der EU-Bürger durch engere Zusammenarbeit des Bildungssektors mit Unternehmen, den internationalen Austausch und die Verbreitung der EU-Sprachen durch Bildung.

Während der dänischen EU-Ratspräsidentschaft werden einige größere Vorgänge im Bereich Ausbildung die Arbeit des Rates dominieren. Lesen Sie unten mehr über diese Vorgänge und die Ausbildungspolitik der EU.

Das EU-Programm für Bildung und Jugend

Im Rahmen des künftigen EU-Haushalts 2014-2020 wird ein neues Programm für Bildung, Ausbildung und Jugend verabschiedet. Zu den aktuellen Programmen, die Ende 2013 auslaufen, gehören das Programm für lebenslanges Lernen und Jugend in Aktion.

Diese Programme unterstützen unter anderem individuelle Lernmobilität und die transnationale Jugendzusammenarbeit zugunsten von Studenten, Bildungseinrichtungen und Jugendfreiwilligenorganisationen.

Die dänische Ratspräsidentschaft strebt an, ein Teilabkommen der Mitgliedstaaten über den Entwurf eines neuen Programms zu erreichen. Die endgültige Version des Programms und der Finanzierung wird jedoch nicht vor 2013 und der Verabschiedung des allgemeinen Haushaltsrahmens feststehen.

Künftige Prioritäten für den strategischen Rahmen der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020)

Während der dänischen Ratspräsidentschaft wird der Rat den ersten Fortschrittsbericht zum strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung verabschieden. Dazu gehört die Verabschiedung neuer Prioritäten des strategischen Rahmens. Der Rahmen legt vier strategische Ziele für die Bildungszusammenarbeit in der EU bis zum Jahr 2020 fest. Diese sind:

  1. Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
  2. Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  3. Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
  4. Förderung von Innovation und Kreativität - einschließlich unternehmerischen Denkens - auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung

Die Prioritäten sollen diese vier Ziele unterstützen und beziehen sich auf den Zeitraum von 2012-2014, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, Kohärenz zwischen dem strategischen Rahmen auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Strategie Europa 2020 für Wachstum und Beschäftigung sicherzustellen.

Schaffung einer engeren Verbindung zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung und Beschäftigung

Während der dänischen Ratspräsidentschaft wird der Rat daran arbeiten, eine engere Verbindung zwischen Bildung und Beschäftigung in der EU herzustellen.

Zweck ist es, die Verbindung zwischen Bildung und dem Arbeitsmarkt zu stützen und lebenslanges Lernen und Flexibilität in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu fördern. Um dies zu erreichen, wird der Rat:

  • eine Empfehlung zur Anerkennung des informellen und nicht formalen Lernens verabschieden
  • eine sogenannte Beschäftigungs-Benchmark verabschieden, die die Fähigkeit von Universitätsabsolventen verbessern soll, eine Anstellung zu finden.

Die EU trägt mit ihrer Förderung und Unterstützung der Mitgliedstaaten zur Entwicklung eines hohen Bildungsstandards bei. Dazu gehört der Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten.

Die EU-Bildungsprogramme (Programm für lebenslanges Lernen, Tempus und Erasmus Mundus) sind Beispiele dafür, wie die Mitgliedstaaten in ihrer Arbeit unterstützt werden. Mit den Programmen wird u. a. Folgendes versucht:

  • Weiterentwicklung des Erlernens und der Verbreitung der Sprachen der Mitgliedstaaten. Damit soll die europäische Dimension in der allgemeinen und beruflichen Bildung verstärkt werden.
  • Verbesserung der internationalen Mobilität von Lernenden und Lehrenden – z. B. durch die Förderung der gegenseitigen Anerkennung von Abschlüssen und Studienzeiten und um es Lernenden und Lehrenden zu ermöglichen, inspirierende Bildungsmöglichkeiten in ganz Europa zu suchen.
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Bildungswesen und Wirtschaft – nicht zuletzt im Bereich der Berufsbildung.
  • Verbesserung der beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung zur Erleichterung der Eingliederung der Bürger in den Arbeitsmarkt, ihrer Anpassung an die industriellen Wandlungsprozesse und ihrer etwaigen Umschulung.

Der strategische Rahmen für europäische Zusammenarbeit

Die Mitgliedstaaten haben sich auf einen strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Bereich allgemeine und berufliche Bildung bis 2020 geeinigt („ET 2020“). Der Rahmen legt die vier folgenden strategischen Ziele fest:

  • Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität;
  • Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung;
  • Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns;
  • Förderung von Innovation und Kreativität – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Die vier strategischen Ziele werden von fünf europäischen Benchmarks für europäische Zusammenarbeit im Bereich allgemeine und berufliche Bildung bis 2020 unterstützt. Diese Benchmarks sind folgende:

  • Mindestens 15 Prozent der Erwachsenen sollen am lebenslangen Lernen teilnehmen.
  • Der Anteil der 15-Jährigen mit schlechten Leistungen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften soll unter 15 Prozent liegen.
  • Mindestens 40 Prozent der 30- bis 34-Jährigen sollen einen Hochschulabschluss besitzen.
  • Der Anteil frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabgänger soll weniger als zehn Prozent betragen.
  • Mindestens 95 Prozent der Kinder im Alter zwischen vier Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter sollen in den Genuss einer Vorschulbildung kommen.

Zudem sind zwei der Benchmarks Bestandteil der allgemeinen Strategie Europa 2020, die im Juni 2010 von den Staats- und Regierungschefs der EU verabschiedet wurde. Das sind die Ziele in Bezug auf die Reduzierung von Schul- und Ausbildungsabbrüchen auf weniger als zehn Prozent und die Erhöhung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss auf mindestens 40 Prozent.

Neuverhandlung des Rahmens

Der Rahmen für die Programme der Europäischen Union im Bereich Bildung und Jugend ist als Teil der allgemeinen Haushaltsverhandlungen der Europäischen Union, mehrjähriger Finanzrahmen genannt, neu zu verhandeln. Dies beinhaltet Entscheidungen über die Struktur und den Rahmen der Programme im Bereich Bildung und Jugend.

Darüber hinaus müssen die EU-Bildungsminister entscheiden, wie die Mittel auf die verschiedenen Teile der Programme aufgeteilt werden, z. B. wie viele Gelder für die Förderung von Praktika verwendet werden. Diese Verhandlungen werden während der dänischen Ratspräsidentschaft einen großen Teil der Arbeit im Bildungsbereich ausmachen.