DIESE WEBSITE IST EIN ONLINE-ARCHIV DER DÄNISCHEN RATSPRÄSIDENTSCHAFT 2012 UND WIRD NICHT MEHR AKTUALISIERT WERDEN.

Gleichstellung in der EU

Die Gleichstellung der Geschlechter ist seit Gründung der Gemeinschaft eine vorrangige Priorität der EU. Sie ist ein Grundrecht, ein gemeinsamer Wert der EU und eine Voraussetzung zur Erreichung der EU-Ziele für Wachstum, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt.

Während der dänischen EU-Ratspräsidentschaft werden zwei größere Vorgänge auf dem Gebiet der Gleichstellung die Arbeit des Rates dominieren. Lesen Sie unten mehr über diese Vorgänge und die Gleichstellungspolitik der EU.

Folgemaßnahmen der Vierten UN-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995

Seit 1999 evaluiert die Europäische Union die Folgemaßnahmen der 12 entscheidenden Problemgebiete der Aktionsplattform durch Mitgliedstaaten und europäische Institutionen. Während der dänischen Ratspräsidentschaft werden sich die Folgemaßnahmen auf das Problemgebiet Frauen und Umwelt konzentrieren, insbesondere auf das Thema Geschlecht und Klimawandel.

In enger Zusammenarbeit mit dem europäischen Gleichstellungsinstitut EIGE wird ein Bericht über die Umsetzung der Empfehlungen der Aktionsplattform in der EU veröffentlicht. Außerdem werden im EPSCO-Rat im Juni 2012 Schlussfolgerungen des Rates mit einer Reihe von Indikatoren zur Verabschiedung vorgestellt.

Die Indikatoren werden ihren Schwerpunkt vermutlich auf der Unausgewogenheit der Entscheidungsfindung im Bereich Klimawandel sowie dem Frauenmangel in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik im Bildungswesen haben.

Diskussion im BeSoGeKo-Rat über Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten

Die EU treibt die Gleichstellung von Frauen und Männern aktiv voran. Und es gibt viele gute Ergebnisse in der EU und den Mitgliedstaaten – beispielsweise bei der Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt. Der steigende Frauenanteil bei Beschäftigung und Bildung spiegelt sich jedoch nicht im Anteil der Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten wider, in denen Frauen noch immer eine Minderheit darstellen. Um das Ziel des integrativen Wachstums der Strategie EU2020 zu erreichen, muss darüber nachgedacht werden, wie Frauen als oberste Entscheidungsträger gefördert werden können.

Zur Förderung dieses Themas plant Dänemark, im Februar 2012 eine Diskussion im BeSoGeKo-Rat anzustoßen.

Am 8. März 2012 veröffentlicht die Europäische Kommission ihren Lagebericht zu Frauen in europäischen Vorständen und Aufsichtsräten. Der Bericht wird sich unter anderem auf die Diskussionen auf der Tagung des BeSoGeKo-Rates im Februar stützen. Die Bemühungen, Frauen als Entscheidungsträger auf höchster Ebene zu fördern, werden somit während der Ratspräsidentschaft verstärkt.

Auflösung der geschlechterbasierten Bildungswahl

Um in einer zunehmend globalisierten Welt wettbewerbsfähig zu sein, führt die Strategie Europa 2020 an, dass die Gleichstellung der Geschlechter eine Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Wohlstand ist. Die Europäische Union muss deshalb alle Kompetenzen und Talente ausschöpfen; gleichzeitig zeigen Statistiken, dass viele Jungen und junge Männer aus dem Bildungssystem ausscheiden.

Im Frühjahr wird in Dänemark ein Seminar stattfinden, das sich mit diesem Thema beschäftigt. Im Ergebnis werden zum Ende der dänischen Ratspräsidentschaft bewährte Verfahren und neue Kenntnisse präsentiert – nicht nur zum Ausscheiden von Jungen, sondern auch dazu, wie mehr Mädchen und Frauen in den Bereichen Naturwissenschaft, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik gefördert werden können, da sowohl d6ie Geschlechtertrennung im Bildungssystem als auch der Jungenmangel ein ernsthaftes Problem für die Gesellschaft und für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter darstellen.

In der Gleichstellungspolitik der Europäischen Kommission wurden verschiedene Prioritäten durch Aktionspläne und Strategien gesetzt. 2010 veröffentlichte die Kommission eine „Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015)“, in der fünf Hauptprioritäten aufgeführt sind:

  • Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit
  • Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit
  • Gleichstellung in Entscheidungsprozessen
  • Schutz der Würde und Unversehrtheit – der Gewalt gegen Frauen ein Ende setzen
  • Gleichstellung in der Außenpolitik

Darüber hinaus konzentriert sich die Strategie außerdem auf wichtige Querschnittsfragen wie Gender Mainstreaming und die Einbeziehung von Männern in die Arbeit zur Förderung der Gleichstellung.

EU-Instrumente in der Gleichstellungspolitik

Geschlechtergleichstellung ist ein Politikbereich, der bereits seit Errichtung der Europäischen Gemeinschaft eine Priorität darstellte. Im Römischen Vertrag von 1957 wird die Gleichstellung als eine der grundlegenden Aufgaben der Union beschrieben.

Wichtige Meilensteine in der Entwicklung der EU-Gleichstellungspolitik waren die Richtlinie über gleiches Entgelt und die Richtlinie zur Gleichbehandlung, die 1975 bzw. 2000 in Kraft traten.

Die Europäische Kommission arbeitet dabei eng mit den Mitgliedstaaten zusammen. Die Kommission legt jedes Jahr etwa zum Internationalen Tag der Frau am 8. März einen Bericht zum aktuellen Stand in den Mitgliedstaaten vor. Zudem unterstütz die Europäische Union Aktivitäten, welche die Gleichstellung der Geschlechter durch Programme wie PROGRESS und den Europäischen Sozialfonds fördern. Außerdem wurde ein neues Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) eingerichtet.